Die Fertigung im Sondermaschinenbau ist komplex: Jeder Auftrag ist anders, Stücklisten sind mehrstufig, Kapazitäten sind knapp. Trotzdem arbeiten viele mittelständische Maschinenbauer noch mit Excel-Listen und Wandtafeln. Hier ist ein pragmatischer Einstieg in die Digitalisierung.
Wo anfangen? Die 3 größten Schmerzpunkte
1. Kapazitätsplanung
Wer arbeitet gerade woran? Welche Maschine ist frei? Im Tagesgeschäft fehlt der Überblick. Echtzeit-Auslastung als Heatmap zeigt sofort, wo Engpässe drohen und wo noch Kapazität frei ist.
2. Qualitätssicherung
Prüfprotokolle auf Papier, Abweichungen die niemand dokumentiert. Digitale Prüfpläne mit Foto-Dokumentation und automatischer Eskalation reduzieren Nacharbeit und beschleunigen Endabnahmen.
3. Liefertermintreue
Wenn drei Aufträge gleichzeitig kritisch werden, brauchen Sie Gantt-Planung mit automatischer Engpass-Erkennung — nicht eine Excel-Tabelle, die niemand aktualisiert.
Pragmatischer Einstieg in 4 Wochen
- Woche 1: Ist-Analyse — aktuelle Prozesse dokumentieren, Engpässe identifizieren
- Woche 2: Gantt-Planung einführen — alle laufenden Aufträge visualisieren
- Woche 3: Kapazitäts-Dashboard — Maschinen- und Mitarbeiter-Auslastung in Echtzeit
- Woche 4: Digitale Prüfprotokolle — erste Qualitätschecks digital erfassen
KPIs, die Sie ab Tag 1 messen sollten
- OEE (Overall Equipment Effectiveness): Verfügbarkeit × Leistung × Qualität
- Durchlaufzeit: Tage vom Auftragseingang bis Auslieferung
- Liefertermintreue: Prozent pünktlich ausgelieferter Aufträge
- Ausschussrate: Prozent Nacharbeit oder Ausschuss
- Maschinenauslastung: Geplant vs. tatsächlich